• Im Imbiss des ehemaligen Sterne-Kochs Raimund Ostendorp

Ein Samstag in Deutschland

„Zsuszanna“ wanderte gen Süden, „Hajo“ machte sich über Lettland breit und schickte seine Ausläufer bis an die Elbe. Das Hoch und das Tief teilten Deutschland zwischen Rostock und Nürnberg zwischen sich auf. Östlich dieser Linie gab es Schauer und Gewitter, westlich davon strahlte die Sonne. Der Kalender zeigte den 30. Mai 2009, ein Samstag.
Was unter diesen Himmeln zum Beispiel in Rust oder in Horumersiel, in Bielefeld oder Schiffweiler an diesem Tag auch geschah, wurde von Fotografen der Weinstädter Reportage-Agentur Zeitenspiegel fotografiert. Dreizehn Reporter verteilten sich übers ganze Land; der Arbeitstitel ihres Projektes lautete „Deutscher Samstag“. Geleitet von der Überzeugung, es müsse zu erkennen und zu spiegeln sein, was den Wochenendtag hierzulande ausmacht, begaben sie sich in Freizeitparks und Ambulanzen, an Wiesenstrände, in Museen, begleiteten Familien bei Ausflügen, besuchten Flohmärkte und Weinfeste und Vereine, beobachteten Waschstraßen und Rasenmäher.
Am Sonntag lagen knapp zehntausend Fotos vor. Die vorliegende Auswahl von knapp 80 Bildern zeigt eine ebenso zufällige wie repräsentative Palette dessen, was jeder Fotoreporter, von jedem auf seine Art festgehalten, am Samstag den 30. Mai in Deutschland vor Augen kam.
Dass deutsche Freizeit nicht nur in dieser Republik seinen Ausdruck findet, belegt ein Abstecher von Zeitenspiegel in den Südosten Brasiliens. Dort haben Einwanderer seit hundert Jahren deutsche Tradition erhalten. Der Fotograf Werner Rudhart ist am 30. Mai in das brasilianische Blumenau gefahren und traf bei winterlichen Verhältnissen auf Schützen- und Straßenfest made like in Germany.
Zusammengeführt ergeben die 70 Fotos eine einzigartige Aussage darüber, was den deutschen Samstag ausmacht – Dokumente, die auch ohne Worte beschreiben, was diesen Tag von anderen unterscheidet.

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