Feuerseele

7. Dezember 2009

Simon Mmakasa hätte als Ökologie-Fachmann ein angenehmeres Leben haben können, etwa in einem Ministerium in der Hauptstadt Daressalam. Aber er blieb im Nordosten Tansanias in der Region Kilimanjaro, weil er gegen die Waldzerstörung in seiner Heimat, den Pare-Bergen, kämpfen wollte.

„Gott hat uns dieses Paradies gegeben“, sagte Simon Mmakasa. „Aber wir machen es kaputt! Aus Ignoranz, aus Gier, aus Not.“

Wäre Simon Mmakasa in die Hauptstadt gezogen, würde er wahrscheinlich noch leben. Wäre er aus einem reichen Land, wohl auch: Alle Europäer in den Pare-Bergen haben teure Notfallmedikamente in der Tasche.

Simon Mmakasa starb im Alter von 56 Jahren an Malaria.

Zwischen 7. und 18. Dezember werden die Delegierten der Weltklimakonferenz COP 15 in der dänischen Hauptstadt debattieren. Kaum jemand rechnet noch mit einem Durchbruch bei den Verhandlungen. Simon Mmakas ging es nicht um einen abstrakten Klimaschutz. Er versuchte ganz praktisch, den Wald zu bewahren und damit die Lebensgrundlagen der Bevölkerung.

In der dänischen Sprache gibt es einen Ausdruck für Menschen, die für eine gute Sache brennen: „Ildsjæler“, zu deutsch „Feuerseelen“. Simon Mmakasa war eine Feuerseele.

Im Oktober 2008 besuchte ein Zeitenspiegel-Team im Auftrag von „Brot für die Welt“ Simon Mmakasa in Tansania. Er starb im Mai 2009. Erst jetzt haben wir von seinem Tod erfahren. Aus diesem Anlass veröffentlichen wir hier eine Reportage über seine Arbeit und ein Interview mit ihm.