{"id":1010,"date":"2016-10-04T09:58:00","date_gmt":"2016-10-04T09:58:00","guid":{"rendered":"http:\/\/relaunch2025.zeitenspiegel.de\/aktuelles\/klasse-der-reportageschule-verabschiedet\/"},"modified":"2016-10-04T09:58:00","modified_gmt":"2016-10-04T09:58:00","slug":"klasse-der-reportageschule-verabschiedet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zeitenspiegel.de\/en\/aktuell\/klasse-der-reportageschule-verabschiedet\/","title":{"rendered":"Klasse der Reportageschule verabschiedet"},"content":{"rendered":"<p><body mode=\"normal\" word-count=\"369\"><\/p>\n<p>Die Titelseite des neuen \u201cGo\u201d-Magazins ist ganz in Schwarz gehalten. Lediglich zwei Zahlen geben einen Hinweis auf seinen Inhalt: \u201e1993\u201d und \u201e2016\u201c steht da \u2013 Geburts- und Todesjahr des Eritreers Mehari Beyan, der als Minderj\u00e4hriger aus seiner Heimat floh und, Jahre sp\u00e4ter in einem Waldst\u00fcck bei M\u00fcnchen Suizid beging. Ein Schicksal, von dem wir f\u00fcr gew\u00f6hnlich h\u00f6chstens durch eine kurze Meldung in der Lokalpresse erfahren. Nicht so in diesem Fall: Der 11. Jahrgang der Zeitenspiegel-Reportageschule Reutlingen entschied sich,<br \/>\nMehari Beyan ein ganzes Heft zu widmen.<\/p>\n<p>\u201eMehari. Ein Leben &#8211; elf Geschichten\u201c lautet der Titel ihres Abschlussmagazins, das nicht nur Beyans Geschichte erz\u00e4hlt, sondern in zehn weiteren Reportagen vom Schicksal der Menschen berichtet, die wir oft nur als Teil anonymer Fl\u00fcchtlingsstatistiken kennenlernen. Von der jungen Eritreerin Neda etwa, die, wie viele gefl\u00fcchtete Frauen, auf ihrem Weg durch den Sudan misshandelt und vergewaltigt wurde. Von M\u00e4nnern wie Bluts Iyassu, der von Eritrea nach Israel ging, um sich ein neues Leben aufzubauen und stattdessen nur Ablehnung erf\u00e4hrt. Oder von M\u00e4nnern wie Hamit, der aus Aleppo floh und nun in Deutschland \u2013 weit weg von seiner Familie \u2013 an Depressionen leidet und auf unb\u00fcrokratische Hilfe angewiesen ist.<\/p>\n<p>Es ist ein eigenwilliges Magazin, das die Absolventen produziert haben, was nicht nur Edzard Reuter, Vorsitzender des Kuratoriums der Reportageschule, in seiner Festrede w\u00fcrdigte: \u201eEs ist bewegend zu sehen, wie diese jungen Menschen f\u00fcr ihren Beruf brennen.\u201c Auch der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der VHS-Reutlingen, Dr. Ulrich Bausch, zeigte sich von der Publikation beeindruckt: \u201cDie Abschlussarbeit ist der Gegenentwurf zum um sich greifenden Hochgeschwindigkeitsjournalismus. Sie besticht durch gr\u00fcndliche Recherche und dringt tief in das Thema ein.\u201c<\/p>\n<p>Nicola Ab\u00e9, Absolventin des 5. Jahrgangs und mittlerweile Nahost-Korrespondentin des \u201eSpiegel\u201c mit Sitz in Tel Aviv, ermutigte die jungen Journalisten, bei ihren k\u00fcnftigen beruflichen Entscheidungen Mut zu beweisen. \u201eEs gab viele Menschen, die mir erz\u00e4hlen wollten, dass ich von diesem Beruf nicht w\u00fcrde leben k\u00f6nnen\u201c, sagte Ab\u00e9. \u201eIch habe dann einfach immer weggeh\u00f6rt.\u201c<\/p>\n<p>An der Verabschiedung des 11. und der Begr\u00fc\u00dfung des 12. Jahrgangs in den R\u00e4umen der Volkshochschule Reutlingen nahmen rund 100 G\u00e4ste Teil. Neben dem \u201cGo\u201d-Magazin stellten die Absolventen ein weiteres Projekt vor, das sie w\u00e4hrend ihres Jahres an der Reportageschule produziert haben: \u201eSaluti dalla Puglia\u201c ist ein Online-Magazin, das Geschichten von Armut und Aufbruch im s\u00fcditalienischen Apulien erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Zum <a href=\"http:\/\/www.reporterreisen.com\/saluti-dalla-puglia\/\">Onlinemagazin<\/a><\/p>\n<p><\/body><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Titelseite des neuen \u201cGo\u201d-Magazins ist ganz in Schwarz gehalten. Lediglich zwei Zahlen geben einen Hinweis auf seinen Inhalt: \u201e1993\u201d und \u201e2016\u201c steht da \u2013 Geburts- und Todesjahr des Eritreers Mehari Beyan, der als Minderj\u00e4hriger aus seiner Heimat floh und, Jahre sp\u00e4ter in einem Waldst\u00fcck bei M\u00fcnchen Suizid beging. 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