{"id":1062,"date":"2015-05-08T06:53:00","date_gmt":"2015-05-08T06:53:00","guid":{"rendered":"http:\/\/relaunch2025.zeitenspiegel.de\/aktuelles\/vom-glueck-des-reporters\/"},"modified":"2025-12-19T17:24:54","modified_gmt":"2025-12-19T17:24:54","slug":"vom-glueck-des-reporters","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zeitenspiegel.de\/en\/aktuell\/vom-glueck-des-reporters\/","title":{"rendered":"On the Happiness of the Reporter"},"content":{"rendered":"<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p><em>\u201eFreedom of the press must be lived if it is to exist,\u201c said keynote speaker Stephanie Nannen at the awarding of the Hansel-Mieth Prize 2015. \u201eIt must be fought for and won \u2013 every day. Against politicians and against publishers.\u201c | Photo: <a href=\"\/en\/team\/eric-vazzoler\/\">Eric Vazzoler<\/a><\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>The presentation of the Hansel-Mieth-Prize 2015 in Fellbach.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Als die Journalistin Stephanie Nannen vom Absturz des German-Wings-Flugzeugs h\u00f6rte, hatte sie, so erinnert sie sich, ein Bed\u00fcrfnis nach Stille. Nach Raum, \u201eum zu begreifen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Stille? Passt das zum medialen Get\u00f6se, zur Aufregung nach einem Ereignis, das nach Fakten schreit, nach schneller Einordnung, nach Antworten, die es ehrlicherweise noch gar nicht geben kann, vielleicht niemals geben wird?<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir k\u00f6nnen Tempo und Live-Ticker\u201c, sagte die Enkelin des legend\u00e4ren stern-Gr\u00fcnders Henri Nannen. \u201eWie Stille geht, m\u00fcssen wir dringend wieder lernen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Journalistin und Buchautorin sprach in ihrem Festvortrag zur Verleihung des Hansel-Mieth-Preises am Donnerstagabend im Fellbacher Rathaus vom Selbstverst\u00e4ndnis der Journalisten. Mit Blick auf aktuelle Kritik an den Medien und Parolen wie \u201eL\u00fcgenpresse\u201c forderte sie eine neue Standortbestimmung. Wof\u00fcr stehen Journalisten? Was ist eigentlich ihr Job?<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWer sich als Journalist mit dem Zustand allein begn\u00fcgt und ihn nur schildert, ist bestenfalls ein Berichterstatter. Wer nur kritisch und ideologisch postuliert, ist eher Propagandist\u201c, sagte sie.<\/p>\n\n\n\n<p>Guter Journalismus bedeute \u201eimmer ein St\u00fcck Aufkl\u00e4rung\u201c, er sei dazu da, den Lesern \u201edie Welt begreifbarer, die Verh\u00e4ltnisse transparenter und damit das Leben bewusster zu machen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu geh\u00f6re, anders mit Lesern umzugehen. \u201eVielleicht ist es aber so, dass wir den Lesern, den Zuh\u00f6rern und Zuschauern besser vermitteln m\u00fcssen, WIE wir arbeiten. Dass Wissen und Wahrheiten nicht einfach \u00fcber uns kommen, sondern dass wir danach lange suchen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Preisverleihung im Fellbacher Rathaus wurden Beispiele f\u00fcr einen hinterfragenden, suchenden Journalismus, der seinen Gegenstand und seine Leser ernst nimmt, pr\u00e4sentiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem \u201eQualit\u00e4tssiegel f\u00fcr Fotografen und Reporter\u201c (so der Fellbacher Oberb\u00fcrgermeister Christoph Palm) wurden Autor Patrick Bauer und Fotograf Andy Kania f\u00fcr ihre lakonisch-humorvolle <a href=\"http:\/\/sz-magazin.sueddeutsche.de\/texte\/anzeigen\/42180\/Nass-und-Gewalt\">Reportage<\/a> \u00fcber G\u00e4ste und Bademeister des Berliner Columbiabades ausgezeichnet, das f\u00fcr seine Gewalteskapaden ber\u00fcchtigt ist. Der Beitrag verzichtet bewusst auf jeden wertenden Unterton. \u201eDas Tolle war, dass ich diese Ratlosigkeit, die ich nach der Recherche sp\u00fcrte, auch so schildern durfte\u201c, sagte Preistr\u00e4ger Patrick Bauer.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausgezeichnet wurden erstmals auch zwei Reporterteams f\u00fcr Multimedia-Reportagen im Internet. Uta Keseling und Reto Klar zeigen in ihrem Beitrag <a href=\"http:\/\/unsichtbar.morgenpost.de\/\">\u201eUnsichtbar &#8211; vom Leben auf der Stra\u00dfe\u201c<\/a> Aufnahmen von Obdachlosen, die ihre Pers\u00f6nlichkeiten auf ganz besondere Weise erlebbar machen. \u201eEine neue Form des Geschichtenerz\u00e4hlens\u201c, so Jury-Mitglied und Laudatorin Amrai Coen. Auch dies eine Reportage, die Neugier, genaues Hinsehen und Zeit erforderte &#8211; und eine Redaktion, die diese Zeit gew\u00e4hrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider sei \u201ekaum eine Redaktion bereit, zu experimentieren\u201c, stellte Preistr\u00e4ger Christian Werner fest. \u201eEs ist aber existenziell wichtig, neue Wege zu gehen.\u201c Der Fotograf reiste gemeinsam mit Autorin Isabelle Buckow nach Madagaskar, um dem Schicksal von Pestkranken nachzusp\u00fcren &#8211; auf eigene Faust und eigene Kosten, weil sie das Thema f\u00fcr wichtig hielten. Ihre Multimedia-Reportage <a href=\"http:\/\/gfx.sueddeutsche.de\/pages\/pest-auf-madagaska\/\">\u201eSchwarzer Tod\u201c<\/a> wurde ebenfalls mit dem Hansel-Mieth-Preis digital ausgezeichnet. Er w\u00fcnsche sich, so Werner, \u201eein Umdenken, um einen gemeinsamen Weg aus der Krise des Journalismus zu finden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Einen m\u00f6glichen Weg zeigte Festrednerin Stephanie Nannen in Fellbach auf: Der Journalist m\u00fcsse seine Leser ernst nehmen. Und im \u00fcbrigen genau das tun, woran er glaubt. \u201eMein Gro\u00dfvater Henri Nannen hat mir das vorgelebt\u201c, so Nannen. \u201eHat mir gezeigt, dass Losgehen, Hinschauen, Hinh\u00f6ren und dann Zur\u00fcckbringen, Aufschreiben, wie die Welt riecht, wie sie schmeckt und schillert und stinkt und verreckt, Gl\u00fcck bedeutet.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das Gl\u00fcck des Reporters. Und manchmal auch das seiner Leser.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zeitenspiegel.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/hmp_2015_02.jpg\" alt=\"Die Verleihung des Hansel-Mieth-Preises 2015 in Fellbach.\u00a0\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zeitenspiegel.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/hmp_2015_03.jpg\" alt=\"Die Verleihung des Hansel-Mieth-Preises 2015 in Fellbach.\u00a0\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zeitenspiegel.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/hmp_2015_04.jpg\" alt=\"Die Verleihung des Hansel-Mieth-Preises 2015 in Fellbach.\u00a0\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zeitenspiegel.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/hmp_2015_05.jpg\" alt=\"Die Verleihung des Hansel-Mieth-Preises 2015 in Fellbach.\u00a0\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>Die komplette Rede von Stephanie Nannen bei der Verleihung des Hansel-Mieth-Preises 2015 in Fellbach:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Verehrter Herr Oberb\u00fcrgermeister, liebe Fellbacher, sehr geehrte Preistr\u00e4ger, liebe Jury, liebe Mitt\u00e4ter bei der Agentur Zeitenspiegel, verehrte G\u00e4ste.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich finde es ganz besonders freundlich, dass Sie mich hierher eingeladen haben \u2013 eine Stadt, in der der Wein pr\u00e4chtig gedeiht \u2013 wer m\u00f6chte da nicht gern zu Gast sein? Dass Sie mir nun auch noch zuh\u00f6ren m\u00f6gen, ehrt mich. Danke, sehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleich zu Beginn m\u00f6chte ich Ihnen eine Frage stellen. Denn um die geht es mir im Kern \u2013 und vielleicht k\u00f6nnen wir uns mit der Antwort dazu ein paar Minuten besch\u00e4ftigen. Sie lautet: Was tun wir hier? Hier in diesem Festsaal \u2013 und verleihen Preise an Reporter, an Menschen, die in Text und Bild und Ton Geschichten erz\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie und ich, Journalisten, Meinungen-Nachrichten-Wahrheiten-Verbreiter, Leser, Zuh\u00f6rer, Menschen \u2013 warum sind wir hier? Feiern wir Leistungen, die ohne Frage erheblich sind, die aber vielleicht niemand mehr braucht? Erg\u00f6tzen wir uns an etwas, das wir sch\u00f6n, gro\u00dfartig, beeindruckend finden, das aber nur noch uns interessiert? Geschichten \u2013 was ist das schon? Reportagen? Da bringen zwei nach vielen Tagen etwas zur\u00fcck, was doch\u2013 wie zum Beispiel die Pest auf Madagaskar \u2013 so sch\u00f6n weit weg war? H\u00e4tte es uns Lesern nicht zur Not gereicht, per Mausklick die nachrichtlichen Fakten zu erfahren, und die Katastrophe, die Menschen nicht so nah herankommen zu lassen? Und dann der Aufwand? Muss denn das sein? Ich h\u00f6rte, \u201edie Branche\u201c sei kaputt, Print tot, digital doof und das, was wir schaffen und lieben heute auch in 84 Zeichen \u2013 der durchschnittlichen L\u00e4nge einer sms n\u00e4mlich &#8211; zu erz\u00e4hlen? Sind wir schon Teil der Vergangenheit und k\u00f6nnen uns nur nicht davon l\u00f6sen?<\/p>\n\n\n\n<p>Nein, meine Damen und Herren, zum Abschied nehmen sind wir gewiss nicht hier. Im Gegenteil.<\/p>\n\n\n\n<p>Sehen Sie, ich bin mit dem Wissen und in dem Bewusstsein aufgewachsen, dass Geschichtenerz\u00e4hlen \u00fcberhaupt das Gr\u00f6\u00dfte ist. Geschichten \u2013 so erz\u00e4hlt, dass ich das Gef\u00fchl hatte, ich w\u00e4re ein Teil davon, mindestens als Beobachter dabei. Mein Gro\u00dfvater Henri Nannen hat mir das vorgelebt. Hat mir gezeigt, dass Losgehen, Hinschauen, Hinh\u00f6ren und dann Zur\u00fcckbringen, Aufschreiben, wie die Welt riecht, wie sie schmeckt und schillert und stinkt und verreckt, Gl\u00fcck bedeutet. Dass wer mit der unbelichteten Seelenplatte und einer gewissen Demut raus geht, immer wieder \u00fcberrascht wird. Von Nannen und seinen Kindern, den Sternreportern, konnte ich lernen, dass Abenteuer auf den warten, der sich um sie bem\u00fcht und der bereit ist, sich auf sie einzulassen. Ganz gleich, ob er dazu nach Madagaskar reist oder nur um die Ecke geht. Zum Beispiel in die Berliner Bahnhofsmission oder in den Berliner Stadtteil Neuk\u00f6lln.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Gro\u00dfvater hat mir das beigebracht, indem er Geschichten erz\u00e4hlte, nicht indem er mir Vortr\u00e4ge \u00fcber Journalisten hielt. Er konnte die Klangfarbe seiner Stimme ver\u00e4ndern und so beim Sprechen Bilder malen. Jeder Ton eine Farbe. Auf diese Weise ver\u00e4nderte sich jedes Mal der Raum um uns herum, die Geschichte kam zu uns. Ihre Protagonisten spazierten durch unser Wohnzimmer \u2013 gleich ob es Willy Brandt oder Lieschen M\u00fcller war.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das lag schlicht an der Art meines Gro\u00dfvaters zu erz\u00e4hlen. Es kommt auf das Gef\u00fchl f\u00fcr eine Geschichte an, auf die Empathie, die man ihr entgegenbringt und die dann den blo\u00dfen Fakten \u2013 die ordentlich recherchiert sein m\u00fcssen \u2013 Leben einhaucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wusste fr\u00fch von dem Gl\u00fcck des Reporters, der all das sehen darf und der ein Gesp\u00fcr daf\u00fcr entwickelt, welche Worte, welche Fragen, welches Licht und welche Kameraeinstellung ihm helfen w\u00fcrden, das Gesehene zu transportieren. Davon erf\u00e4hrt, wer ihren Geschichten lauscht. Davon kann erfahren, wer Bauer und Kanias Text und Bilder liest, wer Reto Klar und Uta Keseling wahrnimmt, wer Isabelle Buckow und Christian Werner folgt. Gl\u00fcck, das sich mit der Hoffnung verbindet, die Welt ein kleines bisschen verst\u00e4ndlicher und ein kleines bisschen weniger gemein zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer sich als Journalist mit dem Zustand allein begn\u00fcgt und ihn nur abschildert, ist bestenfalls ein Berichterstatter. Wer nur kritisch und ideologisch postuliert, ist eher Propagandist. Unser Beruf bedeutet immer ein St\u00fcck Aufkl\u00e4rung. Ich bin davon \u00fcberzeugt, dass den wirklichen Journalisten der Wille treibt, seinem Leser die Welt begreifbarer, die Verh\u00e4ltnisse transparenter und damit das Leben bewusster zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufkl\u00e4rung hei\u00dft f\u00fcr ihn, ideologischen Qualm und parteipolitischen Nebel zu vertreiben, hinter das Herrschaftswissen und die Geheimcodes von Beh\u00f6rden und Wissenschaften zu dringen, Illusionen und Verschw\u00f6rungstheorien zu bek\u00e4mpfen und die Dinge beim Namen zu nennen. Daf\u00fcr steht die Agentur Zeitenspiegel. Und auch der Hansel-Mieth-Preis steht daf\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Geschichte von Bauer und Kania sagt Zven, der 30-j\u00e4hrige Bademeister des ber\u00fcchtigten Neuk\u00f6llner Schwimmbades: \u201eWenn wir niemandem mehr eine Chance geben, wenn wir alle unter Generalverdacht stellen, dann m\u00fcssen wir anfangen, jeden mit schwarzen Haaren und braunen Augen abzuweisen. Dann geben wir auf. Wir m\u00fcssen doch wenigstens versuchen, miteinander klarzukommen. Sonst sind wir gescheitert.\u201c Zven sagt das, weil er eine Haltung hat. Und wir erfahren davon, weil Bauer und Kania sie ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Geschichten sind auch f\u00fcr den Leser Gl\u00fcck \u2013 weil der beim Lesen in neue Welten, vor allem Gedankenwelten eintauchen kann, weil er eigene Grenzen versetzt, seinen Horizont erweitert, selbst mitreisen kann, mitlernen, kennenlernen, mit bangen, sich mit freuen darf. Und vor allem eins: mitdenken, abw\u00e4gen, kritisieren, hinterfragen, mehr lesen, anderer Meinung sein kann. Nur auf diese Weise gelingt es doch, mehr zu verstehen, einander weniger fremd zu sein. Und das w\u00e4re doch ein gro\u00dfer Erfolg.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht ist es aber so, dass wir den Lesern, den Zuh\u00f6rern und Zuschauern besser vermitteln m\u00fcssen wie wir arbeiten. Dass Wissen und Wahrheiten nicht einfach \u00fcber uns kommen, sondern dass wir danach suchen, lange suchen, weil wir schon gar nicht alles gleich unbesehen glauben, das man uns glauben machen will. Manchmal tun wir das unter Einsatz unseres Lebens, sehr oft unter gro\u00dfen und kleineren Risiken. Was den Reportern Buckow und Werner durch den Kopf ging, als sie vor den ungesicherten Holzregalen standen, in denen die Pesterreger der vergangenen Jahrzehnte aufbewahrt werden, k\u00f6nnen wir erahnen, weil sie uns die M\u00f6glichkeit dazu geben. H\u00e4tten Sie da stehen m\u00f6gen?<\/p>\n\n\n\n<p>Und Bauer und Kania: Die beiden waren f\u00fcnf Tage in diesem Freibad \u2013 so eine Geschichte erf\u00e4hrt man nicht in einer Nacht am Schreibtisch. Vielleicht m\u00fcssen Journalisten die Wege nachvollziehbarer machen und weniger von oben herab dozieren. Vielleicht m\u00fcssen wir uns wieder mehr Gedanken \u00fcber den Leser und dessen Sorgen, Vorlieben und Wege machen als dar\u00fcber, was der Verleger meint. Den Leser dort abholen, wo er steht \u2013 hie\u00df das fr\u00fcher.<\/p>\n\n\n\n<p>Gehen wir doch hin, \u00f6ffnen wir auch uns \u2013 rei\u00dfen wir uns die Brust auf und zeigen wir, was drin steckt. Wir m\u00fcssen n\u00e4her an den Leser heran und ich glaube, dass es dabei nicht wichtig ist, zu wissen, wo er was zu welchem Preis einkauft, wie viel oder wenig er liest, ob er einen Realschul-Abschluss oder ein Politikstudium absolviert hat. Statistiken helfen da wenig.<\/p>\n\n\n\n<p>Entscheidend ist doch, zu verstehen, wie es in der Seele des Lesers aussieht, wie er f\u00fchlen k\u00f6nnte, was er wahrscheinlich sieht, wenn er morgens aus dem Haus geht und wie es ihm wohl geht, wenn er abends heimkehrt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUm ein guter Fotograf zu sein\u201d, hat Hansel Mieth gesagt, \u201emusst du f\u00fchlen, was Menschen f\u00fchlen, wenn sie ganz unten sind.\u201d Die Preistr\u00e4ger Reto Klar und Uta Keseling haben in ihrer ber\u00fchrenden Geschichte \u201eUnsichtbar. Vom Leben auf der Stra\u00dfe\u201c genau das gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir m\u00fcssen die wahre Welt der Menschen kennen, wenn wir unseren Lesern mit unserer Wahrheit kommen wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die eine, reine Wahrheit existiert nat\u00fcrlich nicht \u2013 auch nicht f\u00fcr Journalisten. Vollkommene Objektivit\u00e4t gibt es nicht. Und auch wir irren uns. Das sei klar gesagt und muss uns so deutlich vor Augen stehen wie dem Leser.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon in dem Augenblick, in dem der Reporter etwas sieht, etwas h\u00f6rt, ver\u00e4ndert sich die Wirklichkeit. Er oder sie hat eine eigene Geschichte, eigenes Wissen, Erfahrungen, Erinnerungen die mit dem neu Gesehenen und Geh\u00f6rten abgeglichen werden. F\u00fcr den einen bedeutet ein sattes Rot ein k\u00f6stlicher Rotwein, bedeutet Liebe, Leidenschaft vielleicht noch, etwas Angenehmes.<\/p>\n\n\n\n<p>Der zweite sieht darin Aggression, Angriff sicherlich, etwas, dem man sich entzieht. Zwei Reporter im selben Raum k\u00f6nnen schon durch die kleinste Beeinflussung vollkommen Unterschiedliches wahrnehmen. Gesehenes als Wahr nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Allm\u00e4chtig sind wir nicht. Und nicht unfehlbar. Auch wenn das oft und immer \u00f6fter von uns erwartet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich dem zornentbrannten RUF, der in Deutschland in den vergangenen Wochen und Monaten erklang, nachhorche, so bin ich doch erschrocken. \u201eL\u00fcgenpresse\u201c hallt es da. Die das sagen, sehen die Presse als das gr\u00f6\u00dfte \u00dcbel im Lande, neben \u201eder Wirtschaft\u201c und \u201eder Politik\u201c. In vieler Leute Augen sind wir selbstherrlich, unreflektiert, fremd- und interessenbestimmt, da sind wir frei von Moral und Ethik, wenn es zum Beispiel um Flugzeugabst\u00fcrze geht, Klick-Zahlen-gesteuert, Schreiberlinge \u2013 sicher manipuliert.<\/p>\n\n\n\n<p>Ist da was dran? M\u00fcssen wir vielleicht inne halten, uns nicht immer weiter beschleunigen, bis dann am Ende weder eine Geschichte noch \u00fcberhaupt nur eine Nachricht \u00fcberbleibt? Ich hatte \u2013 als die Nachricht vom Absturz der German Wings Maschine kam \u2013 ein Bed\u00fcrfnis nach Stille. Nach Raum zum Begreifen. Wie kann man so schnell wissen, was ein solches Ungl\u00fcck mit einem macht? Was es mit den Menschen macht, denen wir etwas erz\u00e4hlen wollen? Stille w\u00e4re gut gewesen. Ich glaube, es ging nicht nur mir so.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir k\u00f6nnen Tempo und Live-Ticker \u2013 wie Stille geht, m\u00fcssen wir dringend wieder lernen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sind wir Journalisten von heute, die wir uns nicht mehr trauen, unseren Verlagsmanagern \u2013 ja oft nicht einmal mehr unseren Chefredakteuren \u2013 die Stirn zu bieten, Handlanger der Macht? Werden wir aus Angst um unsere Arbeitspl\u00e4tze zu Gehilfen b\u00f6ser M\u00e4chte? Als solche werden wir zumindest in den sozialen Medien, Bloggs und Leserbriefen bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eL\u00fcgenpresse\u201c schimpfen sie uns. \u201eL\u00fcgenpresse\u201c \u2013 das Wort klingt nach. Heute, 70 Jahre nach Kriegsende.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSie wissen es nicht besser\u201c \u2013 k\u00f6nnten wir jenen entgegenhalten, die das Wort verwenden, mit dem die Nazis solche Zeitungen diffamierten, die sich gegen ihr verbrecherisches Tun wandten. \u201eSie wollen nur ihrem Unmut Raum geben\u201c, sagen Manche Verst\u00e4ndnis heischend. Ist das so?<\/p>\n\n\n\n<p>Ist es dann halb so schlimm? Wenn nur Unwissenheit dahinter steckt. Und was bedeutet das f\u00fcr den Reporter? Nimmt er es hin?<\/p>\n\n\n\n<p>Dies auf einen Mangel an Bildung zu schieben w\u00e4re ein Leichtes \u2013 auf Polemik als Ventil f\u00fcr \u00c4ngste, Frustration, Hoffnungslosigkeit, auf hasserf\u00fcllte Unsachlichkeit aus Mangel an anderer Ausdruckskraft. Man k\u00f6nnte sich umdrehen und hoffen, dass es irgendwann besser w\u00fcrde. Erleichtert w\u00e4re man nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>ICH finde, dass wir uns um diese Aggressionen k\u00fcmmern m\u00fcssen. Uns nicht sagen d\u00fcrfen, es seien ja nur ganz Wenige und eben nicht DAS Volk. Wieviele Leser haben wir denn? In Relation zum Volk doch auch \u201eganz wenige\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich glaube, dass wir Journalisten den Angriffen auf uns mit unserer Arbeit begegnen, dass wir uns besinnen m\u00fcssen. Auf unsere Aufgaben. Auf unsere Pflichten, auf unser K\u00f6nnen \u2013 auf unsere Chancen auch. Ich finde, dass wir voller Stolz und Leidenschaft daran glauben m\u00fcssen, dass unser Job eben nicht bedeutungslos ist, und dass zu TUN, was wir tun einen Unterschied macht.<br>Jetzt erst recht.<\/p>\n\n\n\n<p>Und Sie lieber Leser, glauben Sie mit uns!<\/p>\n\n\n\n<p>In einer Zeit, in der einerseits alles gl\u00e4sern erscheint, keine Information nicht zug\u00e4nglich zu sein scheint. In einem Land, in dem beispielsweise ein Bundesnachrichtendienst m\u00f6glicherweise dabei geholfen hat, einen europ\u00e4ischen Freund zu verraten \u2013 in dieser Zeit ist sorgf\u00e4ltige Recherche, sind Journalisten gefragt, um herauszufinden, was wirklich wahr ist. Journalisten sind es \u00fcbrigens auch, die Bilder aus Syrien mitbringen, sodass wir uns ein Bild machen k\u00f6nnen. Reporter haben immer wieder nachgefragt, wie Herr Hoene\u00df es nun genau mit der Steuer h\u00e4lt. Und es sind Fotografen und Autoren, die festhalten, wie man in Russland mit homosexuellen Menschen umgeht.<\/p>\n\n\n\n<p>Wieviel w\u00e4re \u00fcber Emanzipation gesprochen worden, h\u00e4tten nicht Journalisten darauf bestanden? Es waren Journalisten, die Themen wie Demenz, Depression und Alter hinter der vorgehaltenen Hand hervor geholt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Alles, wor\u00fcber wir Journalisten immer wieder reden und schreiben wird mehr und mehr Teil des Alltagslebens. Wir befreien Lebensbereiche, \u00fcber die zu sprechen schwer f\u00e4llt, von Tabus. Einfach indem wir immer wieder davon anfangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es hat viel Sinn, heute noch Journalist zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem Jahr, in dem sich manche schon nicht mehr daran erinnern wollen, was vor mehr als 70 Jahren in Deutschland geschah, braucht es Reporter, die die Geschichten der Opfer und die der T\u00e4ter weiter erz\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und in einer Zeit, in der braune Gesinnung unter dem Deckm\u00e4ntelchen des Schutzes und der F\u00fcrsorge schleichend Einzug in alle Schichten der Gesellschaft genommen hat, in der Fl\u00fcchtlingsheime angez\u00fcndet werden und ein ganzes Land nicht wei\u00df, was es nun tun soll, sind Menschen wichtig, die die Fakten verbreiten. Damit wir alle unter Zugzwang geraten, eine Haltung einzunehmen. Wenigstens das.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir Journalisten m\u00fcssen es weiterhin ganz genau nehmen \u2013 vollkommen gleichg\u00fcltig, ob wir unsere Artikel auf Papier drucken oder sie online stellen, ob wir sie sprechen oder ob wir mithilfe unserer Bilder zeigen, was geschieht und warum es geschieht.<\/p>\n\n\n\n<p>Und lassen wir uns doch bitte nicht auf diesen elenden Kampf zwischen Print und Digital ein \u2013 den haben wir nicht n\u00f6tig, und der Leser hat nichts davon. Es sind doch nur zwei Wege, die dasselbe Ziel vor sich haben. Allerdings bedeutet \u201eDigital\u201c, dass wir Journalisten nicht mehr auf einer S\u00e4ule stehen, auf einer Kolumne, sondern mitten im Diskurs. Im Diskurs mit dem Leser. Wir sind anfassbarer, angreifbarer geworden. Das fordert uns heraus, und zwar zu noch mehr Akribie. Uns alle.<\/p>\n\n\n\n<p>Halten wir doch zusammen! Erg\u00e4nzen wir uns! Lernen wir voneinander! Konzentrieren wir uns auf unsere Arbeit und auf diejenigen, die sie zu schlecht bezahlen, liebe Kollegen!<\/p>\n\n\n\n<p>Sagen wir es laut, dass da ein Unterschied ist zwischen dem Journalisten und dem PR-Mann, und dass Recherche immer noch Zeit, Geduld und Geld braucht. Dass Sprache einen Sinn ergibt. Und dass man inne halten muss, um genau das wiedergeben zu k\u00f6nnen, was war.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausdauer, Gesp\u00fcr, Konzentration, Talent und Einsatz gibt es nicht zum Nulltarif. Nicht f\u00fcr die Verlage. Auch nicht, und das muss ich so deutlich sagen, f\u00fcr Sie, lieber Leser.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Gedanke bringt mich auf etwas anderes, das ich in den Jahren mit meinem Gro\u00dfvater begriffen habe. N\u00e4mlich dass Pressefreiheit nicht einfach nur ein Wort ist, ein paar Buchstaben, die seit 1949 wieder in unserem Gesetz stehen und die schon deshalb eine Wirkung h\u00e4tten. Presse- und Meinungsfreiheit ist im Grunde seit 1832, seit dem Hambacher Fest, zu dem Journalisten einluden, unsere Aufgabe. Und sie ist bestimmendes Element der Demokratie. Siebenpfeiffer und Wirth, die beiden Journalisten von damals gingen \u00fcbrigens ins Gef\u00e4ngnis f\u00fcr ihre \u00dcberzeugung. So wie Rudolf Augstein 130 Jahre sp\u00e4ter auch. Seien WIR nicht weniger \u00fcberzeugt!<\/p>\n\n\n\n<p>Pressefreiheit will gelebt werden, wenn sie existieren soll. Sie muss umk\u00e4mpft und erk\u00e4mpft werden \u2013 jeden Tag. Gegen\u00fcber der Politik und gegen\u00fcber den Verlagen. Aber auch gegen\u00fcber der Gesellschaft, die mit Tabus und schlechten Nachrichten nicht umgehen mag. Und die nach Erkenntnissen der Forschungsinstitute heute eher dazu bereit w\u00e4re, die Meinungsfreiheit zu opfern, als ihre vollkommene Sicherheit einzub\u00fc\u00dfen \u2013 die es ohnehin nicht gibt. Und ich spreche nicht von anderen politischen Systemen \u2013 nicht von China, Syrien, Turkmenistan. Auch hier bei uns ist Pressefreiheit keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, meine Damen und Herren. Die Nicht-Regierungs-Organisation Reporter ohne Grenzen kritisierte wiederholt, dass seit 9\/11 die f\u00fchrenden demokratischen Staaten destabilisiert seien und auch in diesen L\u00e4ndern die Freiheitsrechte immer weiter eingeschr\u00e4nkt w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p>Es geht die Rede von Beh\u00f6rden, die unliebsame Anfragen verschleppen, von Einflussnahme durch Anw\u00e4lte und Lobbyisten, von Nachrichtensteuerung und \u2013filterung durch Google und Facebook. Aber auch ein nicht ausreichender Informantenschutz w\u00e4re in unserem Land ein Thema. So gesehen \u2013 wenn Freiheit eine Farbe hat, dann ist es: Schwarz auf Wei\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Damals, nach dem Krieg, ging es Journalisten vor allem darum, die \u00e4u\u00dfere Pressefreiheit zu verteidigen \u2013 gegen die Versuche und Angriffe aus den Reihen besonders der konservativen Politik um Konrad Adenauer. Aber schon in den 60er Jahren war immer wieder davon zu h\u00f6ren, dass auch die innere Pressefreiheit bedroht sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie wissen ja: \u201ePressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.\u201c So hie\u00df es damals.<\/p>\n\n\n\n<p>Wo stehen wir heute? Zweihundert Leute sind es nicht mehr. Und: Es gibt keine Verleger mehr. Wenige h\u00f6chstens noch, denen es um Journalismus geht, sind uns geblieben. Vorstandschefs, die Zeitungen \u2013 ob in gedruckter oder digitaler Form \u2013 wie Zahnpasta oder K\u00f6rpercreme verkaufen, Manager, die m\u00f6glichst h\u00e4ufig wiederverwendbaren \u201econtent\u201c einpreisen und die auch den nur noch als eine von vielen Sparten eines Handelsunternehmens sehen; das sind in meinen Augen keine Verleger.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe gelernt, dass Freiheit nach Mut verlangt und dass Worte und Meinungen, die gesagt werden wollen, Mut und Haltung ben\u00f6tigen. Pressefreiheit \u2013 schon gar die innere \u2013 ist kein bl\u00fchender Garten, in dem man spazieren geht, w\u00e4hrend einem die Trauben in den Mund wachsen, und um den sich schon irgendjemand anderes k\u00fcmmern wird. Da muss man selbst den Mund auf- und den R\u00fccken gerade machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Trennung von Verlag und Redaktion ist heute Legende. Ich finde aber, dass es f\u00fcr den Journalisten an der Zeit ist, sich ein bisschen davon zur\u00fcckzuerk\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>DER Journalist, von dem ich hier spreche, muss aufh\u00f6ren oder gar nicht erst anfangen, Ware f\u00fcr Manager zu produzieren, die unsere Arbeit nicht sch\u00e4tzen und unsere Produkte nicht lieben. Oft genug wissen sie gar nicht, was wir tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Journalist muss bleiben bis die Geschichte stimmt, er muss gr\u00fcndlich sein, sorgf\u00e4ltig, genau; er muss seinen Leser suchen, sich selbst zur\u00fccknehmen, sich der gro\u00dfen Verantwortung bewusst sein, die es bedeutet, jeden Tag oder jede Woche, jeden Monat \u2013 oder meinetwegen einmal in der Stunde zu seinem Leser zu sprechen. Er muss daf\u00fcr sorgen, dass auch j\u00fcngere Generationen wissen, was gemeint ist, wenn von Qualit\u00e4t im Journalismus die Rede ist. Er muss wissen, dass nicht das Fr\u00fchst\u00fcck mit dem Vorstandschef ihn ehrt, sondern Lieschen M\u00fcller, die ihrem Mann beim Abendessen von einer Geschichte erz\u00e4hlt, die sie gelesen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Und er darf sich nicht abwenden, wenn er als Teil der sogenannten \u201eL\u00fcgenpresse\u201c beschimpft wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Gegenteil, er muss sich gerade dieser Geschichte annehmen. Nicht nur, weil ein \u201edas wird man ja wohl noch sagen d\u00fcrfen\u2026\u201c salonf\u00e4hig geworden ist. Nicht nur, weil er auch in seinem Bekanntenkreis oder in der Nachbarschaft \u00c4u\u00dferungen und T\u00f6ne vernimmt, die so gar nicht mit Freiheit und Gleichheit in Einklang zu bringen sind, und die aber auch nichts mit N\u00e4chstenliebe und Verantwortungsbewusstsein gebildeter, angeblich liberaler Europ\u00e4er zu tun haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Sondern besonders deshalb, weil WIR \u2013 eine liberale Presse \u2013 ihren Anteil daran haben k\u00f6nnen, dass Wahrheiten ausgesprochen werden, dass Fakten transportiert werden \u2013 dass Licht ins Dunkel kommt. Und dass die Menschen da drau\u00dfen die M\u00f6glichkeit haben, selbst zu urteilen, zu erkennen, zu sehen, wie die Wahrheit aussieht. Wir k\u00f6nnen etwas \u00e4ndern. Wenn wir jeden Tag unser Bestes geben und unseren Job leidenschaftlich ernst nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und Sie, liebe Leser k\u00f6nnen etwas \u00e4ndern, indem Sie unsere Arbeit wert sch\u00e4tzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Um uns dessen zu vergewissern, sind wir hier, liebe Kollegen, liebe Leser, verehrte G\u00e4ste.<br>Ist das nicht ein Gl\u00fcck?<\/p>\n\n\n\n<p>Haben Sie herzlichen Dank.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zeitenspiegel.de\/image\/2\/0\/120\/5\/media\/images\/hmp_2015_01.jpg\" alt=\"Hansel-Mieth-Preis Verleihung 2015\"\/><br \/><em>\u201eFreedom of the press must be lived if it is to exist,\u201c said keynote speaker Stephanie Nannen at the awarding of the Hansel-Mieth Prize 2015. \u201eIt must be fought for and won \u2013 every day. Against politicians and against publishers.\u201c | Photo: <a href=\"\/en\/team\/eric-vazzoler\/\">Eric Vazzoler<\/a><\/em><\/p>\n<p>The presentation of the Hansel-Mieth-Prize 2015 in Fellbach.<\/p>","protected":false},"author":2,"featured_media":1063,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_FSMCFIC_featured_image_caption":"\"Pressefreiheit will gelebt werden, wenn sie existieren soll\", so Festrednerin Stephanie Nannen bei der Verleihung des Hansel-Mieth-Preises 2015. \"Sie muss umk\u00e4mpft und erk\u00e4mpft werden \u2013 jeden Tag. 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