27.02.2026
Der diesjährige Hansel-Mieth-Preis geht an die Autorin Julia Kopatzki und an den Fotografen Roderick Aichinger für ihren Beitrag „Endlich allein“, erschienen in Spiegel 36/2025. Eine Woche lang hat das Reporterteam Jugendliche im Zeltlager in Italien begleitet – in einer Zeit, in der viel über Jugendliche und ihre Probleme geredet wird, aber nur selten mit ihnen.
Die Begründung der Jury: „Im Text erhebt sich Julia Kopatzki nie über die Teenager, sie nimmt sie ernst. In einer Sprache von eleganter Leichtigkeit eröffnet sie dem Leser die Welt der Jugendlichen, ohne je zu belehren. Roderick Aichinger schafft es, die Jugendlichen in unbeobachteten Momenten einzufangen, in denen sie nicht für die Kamera und nicht für ein digitales Selbstbild posieren. So entsteht eine Nähe, ohne vorzuführen. Die beiden lassen die Jugendlichen einfach sein, wie sie sind.“
Folgende Reportagen wurden ebenfalls ausgezeichnet. Sie werden zusammen mit dem Gewinnerbeitrag im Sammelband „Hansel-Mieth-Preis 2026“ (Schwoerer Verlag) veröffentlicht; ebenfalls im Sammelband enthalten sind die Reportage, die mit dem Gabriel-Grüner-Stipendium des Vorjahres gefördert wurde, sowie die Gewinnergeschichte des diesjährigen Gabriel-Grüner-Schülerpreises. Dieser Sammelband wird als Dokumentation und Dankeschön an alle Teilnehmer und Unterstützer der Preise und des Stipendiums verschickt.
Welches Kind darf leben? Welches nicht?
Text: Johannes Peschner
Fotos: Daniel Pilar
Geo
Sag mir, wo die Blumen sind
Text: Roland Schulz
Fotos: Ricardo Wiesinger
Süddeutsche Zeitung Magazin
Die Erbsünde
Text: Katja Bernardy, Johannes Dudziak, Britta Stuff
Fotos: Thomas Pirot
Zeit Magazin
Auch Neonazis baden gern
Text: Dmitrij Kapitelman
Fotos: Felix Adler
Zeit Magazin
„Wir holen Sie jetzt ab“
Text: Dialika Neufeld
Fotos: Anne Ackermann, Ana Maria Arevalo Gosen
Der Spiegel
Die Schatten des Sieges
Text: Wolfgang Bauer
Fotos: Emile Ducke
Die Zeit
Sie dachten, sie würden hier alt werden
Text: Paul Weinheimer
Fotos: Friedrich J. Richter
Die Zeit
Eine fast unmögliche Mission
Text: Gabriela Herpell
Fotos: Emily Garthwaite
Süddeutsche Zeitung Magazin
Kommt ein Mann ins Autohaus
Text: Henning Sußebach
Fotos: Nikita Teryoshin
Die Zeit
Die Reportergemeinschaft Zeitenspiegel Reportagen erinnert mit dem Preis, der 2026 zum 28. Mal vergeben wird, an ihr 1998 verstorbenes Ehrenmitglied Johanna „Hansel“ Mieth, die sich als Fotoreporterin für das amerikanische Magazin Life sozialen Themen widmete. Der Preis würdigt herausragende engagierte Reportagen. Text und Fotos werden dabei gleichermaßen bewertet.
In diesem Jahr wurden für den Hansel-Mieth-Preis 168 Bewerbungen eingereicht. Er ist mit 6000 Euro dotiert. Die Preisfeier findet statt am 24. Juni 2026 um 19 Uhr im Rathaus Fellbach (bei Stuttgart).
Die Jury des Hansel-Mieth-Preises 2026
Amrai Coen (Dossier-Redakteurin, Die Zeit; Vorsitzende der Jury), Ingrid Eißele (Zeitenspiegel Reportagen), Cornelia Fuchs (stellvertretende Chefredakteurin des Stern), Anton Hunger (Publizist und Buchautor), Georg Mair (Chefredakteur von ff – Das Südtiroler Wochenmagazin), Stephanie Nannen (Publizistin), Vivian Pasquet (Redakteurin, Süddeutsche Zeitung Magazin), Oda Schäfer (Produzentin), Alexander Smoltczyk (Reporter, Der Spiegel), Barbara Stauss (freie Bildredakteurin), Jonas Wresch (freier Fotograf)
